„Zopfbrot mit Blaulicht – Zwischen Alb und Afrika – Backgeschichten vom Lorettohof“ von Günther Weber

Literarisch wertvoll! Günther Weber nimmt uns mit auf seine Bäcker- und Auto-biografische Reise und garniert das spannende und beachtliche Ganze mit abwechslungsreichen Rezepten.

Zopfbrot mit Blaulicht – Zwischen Alb und Afrika – Backgeschichten vom Lorettohof – Günther Weber – Hädecke Verlag

Aus Günther Webers Feder sind erneut Worte getropft, zu Sätzen geflossen und zu einem neuen Büchlein angestaut. Spannend und eindrucksstark geschrieben; fesselnd, unterhaltsam, respekteinflößend, angenehm ehrlich, natürlich und authentisch…dies mag keine typische Beschreibung eines Brot-relevanten Buches sein sondern eher einen Roman in den Fokus holen. Und genau da bewegen wir uns auch im vorliegenden Werk: ein Roman, eine Autobiografie, die Ausleuchtung eines beachtlichen Bäckerlebens, eine Rezeptsammlung und eine Hommage an das Bäckerdasein und das Backen.

Die Stationen im Leben von Günther Weber sind beachtlich vielfältig, politisch, unterhaltsam, eindrucksstark, erschreckend ehrlich, global, amüsant, sozial – der Titel hätte passender nicht gewählt werden können: „Zwischen Alb und Afrika“ – Kairo, Äthiopien, Zaire, Nicaragua, Istanbul, Zwiefalten…Tod, Geburt, Armut, Improvisation im Urwald, Kindheit und Jugend, die Wiederentdeckung der schwäbischen Linse, Arbeit auf einer Kaffeeplantage, …  mehr Vielfalt in einem einzigen Leben unterzubekommen ist fast schon unmöglich. Anekdoten und biografische Ereignisse reihen sich in einem gut zu lesenden Schreibstil mit schöner Rhetorik zusammen und lassen einen anhaltenden spannenden und unterhaltsamen Lesefluss entstehen. Die spannenden Lebensgeschichten werden gespickt mit Rezepten zum jeweiligen Ereignis, während sich wundervolle handgezeichnete Illustrationen wie ein roter Faden durch das Buch schlängeln und einen „typischen Backtag“ skizzieren. Das Gesamtwerk aus Illustrationen, Inhalt der einzelnen Geschichten und Anekdoten, Rhetorik und Schreibstil, Rezeptauswahl, biografischem Charakter und Qualität und Haptik des Buches lässt von meiner Seite aus kaum bis keine kritische Anmerkung zu. Das Buch fühlt sich dank seines Leinen-Umschlages sehr wertig an und paraphrasiert bestens mit dem Wesen und Inhalt des Buches.

Die Rezepte sind ausgewogen und tragen den Grundgedanken längerer bis langer Teigführung in sich. Grundehrlich und solide präsentiert uns Günther Weber in diesem Werk Rezepte von Pizza, Molketoast, Mütschele und mürbe Laible (schwäbische Klassiker), Gugelhupf, Mohnzöpfe, Fladenbrot, Brezeln, Zuckerkuchen, Sesamkringel, Komissbrot und Leisa-Brot (Linsenbrot aus schwäbischen Alb-Leisa-Linsen)…das Spektrum von süß bis herzhaft wird also bestens ausgereizt.

Für mich ist das Buch eine Empfehlung vor allem für die Leserschaft, die auf der Suche nach kleinen literarischen Alltagsfluchten und Genussmomenten ist oder auch für diejenigen, die mit der Person Günther Weber, seiner Back-Philosophie, seinem Wesen und seinem Schaffen sympathisieren.

Günther Weber
Zopfbrot mit Blaulicht – Zwischen Alb und Afrika – Backgeschichten vom Lorettohof
120 Seiten, gebunden, edles Leinen-Flexcover mit Lesebändchen
Verlag: Hädecke Verlag
ISBN: 978-3-7750-0803-7
Preis: 17,00 € (D/A)

Mein Dank gilt dem Hädecke Verlag für das zur Verfügung gestellte Exemplar zur Buchbesprechung.

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